Wie kommt man mit ADHS & Autismus zu einer geeigneten Arbeit?

Liebe Community, wir arbeiten gerade an einer neuen ADHS & Autismus - Adressverzeichnis, welche ihr bereits ausführlich Testen könnt, es gibt viele neue Funktionen wie z.b. Bewertungen, Umkreissuche, nach Eigenschaften Filtern, Google Maps u.v.m.. Die ALTE ADRESSLISTE (Archive) wird nicht mehr gepflegt, auch können dort keine neuen Adressen eingetragen werden. Die Daten aus der alten Adressliste werde Schrittweise in die neue Adresseliste eingepfegt, dies ist sehr Zeitaufwändig.
Lesezeit: 50 Minuten

Durch ADHS und Autismus nicht vermittelbar auf dem ersten Arbeitsmarkt? Wie kommt man als Betroffener zu einer geeigneten Arbeit?

Einsiedlerkrebse, zerstreute Professoren und kreativchaotische Persönlichkeiten – zu exklusiv für die Inklusion im Arbeitsleben?



Es kommt leider nicht selten vor, dass besonders spät diagnostizierte Erwachsene aus dem ADHS-(und Autismus-) Spektrum aufgrund ihres Leidenswegs neben ,,bunten“ Lebensläufen fachliche Kompetenzen und individuelle Fähigkeiten mitbringen, die sie aber schwer in die Praxis umsetzen können. Sie sind daher oft entweder arbeitslos oder in Bereichen tätig, in denen sie schnell unterfordert sind z. B. in niedrigschwelligen Hilfsjobs in Fabriken als Komissionierer oder bei Einsätzen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, in der Montage (und Verpackung?) oder Hauswirtschaft.


Andere wiederum werden in Büros oder im Service- und Gastronomiebereich eingesetzt, in denen mehrere Tätigkeiten gleichzeitig verrichtet werden müssen (multitasking), wie z. B. Kundenempfang, Telefonate führen, sich Bestellungen, Gesichter und Kundenwünsche gleichzeitig merken und zusätzlich noch technische Geräte bedienen (z. B. Computer- oder Kassensysteme).


In ganz schwierigen Fällen kommt es schon bei jungen Erwachsenen zum Bezug der so genannten Erwerbsminderungsrente. Viele Betroffene werden regelrecht aus Kostengründen in Gruppenmaßnahmen der Agentur für Arbeit vermittelt, in denen dann regelrecht die Frustration der Betroffenen gefördert wird. Besonders für Menschen aus dem Autismusspektrum sind diese Maßnahmen schwer auszuhalten. Es wird meines Erachtens unterschätzt,welche Stärken Betroffene trotz ihrer schwierigen Lebenssituationen haben.


Dann gibt es aber auch diejenigen, die unauffällig, beruflich anerkannt und sozial integriert sind. Oft handelt es sich um Betroffene, die entweder ihre berufliche Nische gefunden haben und die trotz ihrer ADHS-(Autismus-)Kernsymptomatik, z. B. durch Überkompensation und ein stabiles soziales Umfeld oder auch als ,,Lebenskünstler“, unbeschwert ihren Alltag relativ gut bewältigen können.



Nicht den richtigen Job gefunden – Wollen, aber nicht können

Viele arbeitssuchende Betroffene aus dem ADHS- (Autismus-)Spektrum berichten, dass sie große Schwierigkeiten haben, sich im Paragraphendschungel der Behörden zurechtzufinden. Sie wissen meist gar nicht, wie der Weg nach der Schule, Ausbildung, Studium aussehen kann oder wie sie nach längerer Arbeitslosigkeit oder auch Klinikaufenthalten wieder eine Beschäftigung erlangen können. Sie bringen meist lückenhafte Lebensläufe mit, obwohl sie schon vieles im Leben gemacht haben.


Es kommt sogar vor, dass Studenten nach dem ersten Semester schon exmatrikuliert wurden, weil ihnen nicht klar war, dass Formulare für die Rückmeldung fristgerecht ausgefüllt werden müssen, um weiter studieren zu können. Vielen fällt es sehr schwer, trotz hoher Intelligenz das Behördendeutsch zuentschlüsseln, komplexe Behördenschreiben zu verstehen und geforderte Handlungen auszuführen, wie z. B. Rückmeldung an die Universität, Folgeanträge für das Arbeitslosengeld II auszufüllen oder Termine beim Arbeitsvermittler und der Leistungsabteilung der Jobcenter oder Agentur für Arbeit fristgerecht einzuhalten.


Vom Häufchen zum Hügel und vom Hügel zum bösen Berg – Hilflosigkeit


Aus dem kleinen Häufchen von Erledigungen wird je nach Lebenssituation zunehmend ein ansteigender, fast unüberschau-barer Berg von Aufgaben, die eher gestern als heute erledigt werden sollten. Beim Suchen nach dem sogenannten Startknopf zum Beginnen, schleicht sich die Kernsymptomatik – Schwierigkeiten im Organisations- und Selbst-management und die „Verschieberitis“ – ein. Schon beim Gedanken an den ,,bösen Berg“ der zu erledigenden Aufgaben kommt es zu einem Gefühl der emotionalen Erschöpfung und Überforderung.


Unangenehme Aufgaben werden so lange vor sich hergeschoben (lat.: Prokastrination), bis es gar zu schlimmen existentiellen Folgen, wie finanzieller Überschuldung, weiteren Klinikaufenthalten bis hin zur Wohnungslosigkeit und im schlimmsten Falle zur völligen Isolation gegenüber der Gesellschaft kommen kann. Aus Unsicherheit für ,,dumm“ erklärt zu werden oder sich ständig für ihr ADHS- (Autismus-)Gehirn rechtfertigen zu müssen, gelingt es auch schwer, andere um Hilfe zu bitten.



Hilfe durch Außensteuerung – Welche Möglichkeiten gibt es?


Viele Betroffene aus dem ADHS-(Autismus-)Spektrum berichten, dass ihnen oft eine Art Berater oder Coach als Außen-steuerung fehlt, der ihnen hilft, sich erst mal in ihrer Lebenssituation mit der späten ADHS-(Autismus-)Diagnose im Alltag zu orientieren, um dann gemeinsam entsprechende Beratungs- und Anlaufstellen ausfindig zu machen, um sich über störungs-bildspezifische Rechte und Pflichten im Alltag und in der Arbeitswelt ausführlich zu informieren.


Nach wie vor ist den wenigsten Arbeitssuchenden mit Vermittlungshemmnissen nicht bekannt, dass es im Rahmen der Sozialgesetzgebung Möglichkeiten der Unterstützung zur beruflichen Eingliederung gibt.


Jobcoaching über das Jobcenter, ohne selbst zu zahlen?

Wo gibt es das?


Im Sozialgesetzbuch SGB II (Grundsicherung für Arbeitssuchende) und im Sozialgesetzbuch SGB III (Arbeitsförderung) findet man die entsprechenden Paragraphen für das Jobcoaching. Das Angebot wird von der Agentur für Arbeit für Arbeitssuchende mit Vermittlungshemmnissen finanziert, die Leistungen zur Grundsicherung erhalten.


Es handelt sich um eine finanzielle Förderung aus dem so genannten Vermittlungsbudget. §44 Förderung aus dem Vermittlungsbudget/Jobcoaching Auszug aus SGB III:


(1) Ausbildungssuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitssuchende und Arbeitslose können aus dem Vermittlungsbudget der Agentur für Arbeit bei der Anbahnung oder Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gefördert werden, wenn dies für die berufliche Eingliederung notwendig ist. Sie sollen insbesondere bei der Erreichung der in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Eingliederungsziele unterstützt werden...


(3) Die Agentur für Arbeit entscheidet über den Umfang der zu erbringenden Leistungen; sie kann Pauschalen festlegen...


Wie lange wird das Jobcoaching in welchem Stundenrahmen bewilligt?


Erfahrungsgemäß wird das Jobcoaching als Einzelfallmaßnahme zur Unterstützung der Persönlichkeit aus dem Vermit-tlungsbudget für ca. zwei Stunden pro Woche im Zeitraum von 3-6 Monaten von der Agentur für Arbeit bewilligt. Dies ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich festgelegt. Wichtig ist, dass Betroffene sich konkret nach der Möglichkeit bei der zuständigen Behördeerkundigen und darauf bestehen sollten von Arbeitsvermittlern/Fallmanagern adäquat beraten zu werden.


Was wird benötigt, um störungsbildspezifisches Jobcoaching zu erhalten?


Der Arbeitssuchende sollte eine ärztliche Stellungnahme, am besten vom Fachspezialisten bezüglich seiner Vermittlungshemmnisse der Agentur für Arbeit vorlegen, um ein ADHS-(Autismus-)Coaching zur Unterstützung der Persönlichkeit mit dem Ziel der beruflichen Eingliederung zu erhalten.


Das störungsbildspezifische Jobcoaching orientiert sich ganzheitlich an den Ressourcen der Arbeitssuchenden aus dem ADHS-(Autismus-)Spektrum mit dem Fokus auf die Vermittlung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Das Jobcoaching versteht sich nicht als Therapieersatz oder spezifische Berufsberatung, sondern setzt u. a. therapiebegleitend bei Betroffenen im Hier und Jetzt im eigenen Umfeld an. Ziel des individuellen Coachingangebots ist die Förderung von Arbeitssuchenden bei der selbständigen Bewältigung ihrer Bewerbungsprozesse mit dem Ziel – neben der Wiedereingliederung ins Arbeitsleben – ihre persönliche und berufliche Lebensqualität zu verbessern (Hilfe zur Selbsthilfe).


Der Ablauf von Jobcoaching für Nutzer mit Besonderheiten aus dem ADHS- und Autismusspektrum orientiert sich schrittweise an folgenden vier Modulen:


Modul 1 = Einstieg

Modul 2 = Prozessplanung

Modul 3 = Vertiefung und Umsetzung

Modul 4 = Auswertung des Coachingprozesses


Modul 1 – Der Einstieg

Bevor das Jobcoaching gestartet werden kann, findet ein Kennenlernen (Anamnesegespräch) von Coach und Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee außerhalb der Agentur für Arbeit statt, in dem geschaut wird, ob eine Zusammenarbeit zur Eingliederung in das Arbeitsleben möglich ist. Der Coach, der sich idealerweise mit dem konstruktiven Umgang von ADHS- und Autismusspektrumsstörungen im Erwachsenenalter lange Jahre beschäftigt hat und auch über ein großes Netzwerk von Unterstützern verfügt, stellt sich, sein Konzept, aber auch Grenzen des Coachings vor. Wenn der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee die Voraussetzungen fürs Jobcoaching erfüllt, psychisch und physisch in der Lage ist an der Eingliederungmaßnahme ins Arbeitsleben teilzunehmen, wird zeitnah ein Termin beim Arbeitsvermittler/Fallmanager in der Agentur für Arbeit zur Abklärung des Jobcoachings vereinbart. Dieses gemeinsame Gespräch eröffnet den Start zum Modul 1.


Überprüfung der benötigten Unterlagen/Zahlen, Daten, Fakten

Mit dem zuständigen Arbeitsvermittler oder Fallmanager der Agentur für Arbeit wird alles Formelle, u. a. mit Hilfe der Stellungnahme vom Facharzt für ADHS (und Autismus) zum Jobcoaching zusammengetragen und das weitere Vorgehen besprochen. Mit Hilfe eines festgelegten Zeitplans werden die jeweiligen Rollen aller Beteiligten sowie auch Ziele des Jobcoachings festgehalten. Offene Fragen können geklärt werden. Der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee unterzeichnet die Eingliederungsverein-barung der Agentur für Arbeit und bestätigt die Verpflichtung zur Mitwirkung der Maßnahme. Anschließend wird der Vertrag des Jobcoachs gemeinsam mit allen Beteiligten besprochenund vom Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee unterzeichnet.


Grenzen vom Jobcoaching/Störungen haben Vorrang

Das Modul 1 dient zur Einschätzung aller Beteiligten, wie eine Zusammenarbeit (bedingt durch verschiedene Faktoren) kooperativ erfolgen kann. Hier ist wichtig, dass der Coach die Grenze zum therapeutischen Arbeiten beachtet und gegebenfalls rechtzeitig an Fachpersonen abgibt. Der Coach sollte bei eigenem Fehlverhalten oder unüberwindbaren Schwierigkeiten Grenzen klar erkennen und thematisieren und notfalls das Coaching abbrechen oder in weniger schweren Fällen externe Fachpersonen dazuholen.


ADHS und Autismus ist nicht gleich ADHS und Autismus

Erfahrungswerte aus der Praxisarbeit mit Jobcoachees aus dem ADHS- und Autismusspektrum belegen, dass es sich um ganz individuelle Persönlichkeiten handelt, die situationsbedingt eine Vielfalt von Schwierigkeiten im Rahmen der beruflichen Eingliederung aufweisen. Viele spät diagnostizierte Arbeitssuchende sind oft erst durch ihre Begleiterkrankungen (Depressionen, Erschöpfung) aus dem Arbeitsleben ausgeschieden und haben erst auf dem zweiten Weg ihre ADHS-(Autismus-)Diagnose erhalten, welche oft einen Erklärungsrahmen für erlittene Symptome, wie Erschöpfung und psychosomatische Beschwerden als Begleiterkrankungen liefert. Die Lebensläufe sind oft geprägt von Misserfolgen, Minderwertigkeitsgefühlen, Schul- und Ausbildungsabbrüchen, Gewalt- Missbrauchs- und Suchterfahrungen etc. Aufgrund der vielfältigen Symptome und Begleiterkrankungen eines jeden Betroffenen sprechen wir mittlerweile, neben den klassischen Kernsymptomen, auch von sogenannten ADHS- und Autismusspektrumsstörungen. Es gibt auch im Jobcoaching nicht DEN ADHSler oder DEN Autisten


Hyperaktivität, Impulsivität, Extrovertiertheit, Schnelligkeit

Die Coachees, die stärker unter der Kernsymptomatik Hyperaktivität, Emotionsregulations-Schwierigkeiten, äußerer Unruhe und Impulsivität leiden, berichten von starkem Leidensdruck im Arbeitsleben, wenn es z. B. um den Umgang mit Konflikten und Hierarchien mit Autoritätspersonen geht. Nicht wenige geben im Jobcoaching ehrlich zu, dass sie früher vor der ADHS-(Autismus-)Diagnose zu cholerischem Verhalten und Wutausbrüchen neigten. Diese unregulierten Verhaltensweisen führten dann nicht selten zu betrieblichen Konsequenzen (Abmahnungen, fristlosen Kündigungen) und Mobbing. Es kommt durchaus auch vor, dass der ein oder andere Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee vor der Diagnose starke Probleme mit dem Gesetz hatte, bis hin zu Haftaufenthalten, etwa aufgrund von Beschaffungskriminalität, Raub und gewalttätigem Verhalten. Diese Coachees brauchen klare Orientierung im wertschätzenden Rahmen und profitieren von Terminen, in denen sie sich bewegen können (Spaziergänge etc.), um sich zum Konzentrieren zu regulieren. Durch ihre oftmals schnelle Auffassungsgabe und das impulsive Verhalten, wenn es nicht schnell genug vorangeht, haben sich individuelle Zeit- und Organisationshilfen und kurze Belohnungssysteme beim Jobcoaching sehr bewährt. Hilfreich erweisen sich auch systemische Kommunikations-modelle, in denen beispielsweise der konstruktive Umgang in Bezug auf anstehende Vorstellungsgespräche Aushalten von Absagen und schwierige Situationen mit Vorgesetzten im Rollenspiel trainiert werden


Hypoaktivität, Zurückhaltung, Introvertiertheit, Langsamkeit

Coachees, die eher unauffällig sind und sich ruhig und angepasst verhalten, kommen häufiger zum Jobcoaching als die oben genannten mit starker Hyperaktivität und Impulskontrollstörungen. Statt starker motorischer Unruhe, hektischem Verhalten und unreguliertem Redefluss neigen die Ruhigeren eher zu hypersensibler Selbst- und Fremdwahrnehmung, Hochsensibilität, Lärmempfindlichkeit sowie starker innerer Anspannung, Ängsten (und auch Zwängen) und starker Selbstwertproblematik mit Vermeide-und Rückzugsverhalten. Diese Betroffenen berichten oft von starken Stimmungsschwankungen und Antriebsschwäche, waren meistens schon wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung bis dann letztendlich die ADHS-(Autismus-)Diagnostik erstellt wurde. Viele kamen durch eigene Recherche zu ihrer Diagnose. Diese Coachees brauchen erfahrungsgemäß sehr lange, um eine entspannte, vertraute Beziehungsebene mit dem Coach herzustellen und ihre eigenen Bedürfnisse adäquat auszudrücken. Diese Betroffenen sehen oft bei sich selbst die Schuld und das Unvermögen sich nicht beruflich eingliedern zu können. Sie haben oft starken Respekt vor Autoritäten und neigen bei Konflikten zu Rückzugsverhalten.


Viele berichten von wechselnden, niedrigschwelligen Tätigkeiten, um überhaupt etwas Geld zu verdienen. Fazit ist oft, dass sie aufgrund ihrer Gutmütigkeit und scheinbarer ,,Gelassenheit“ oft vom Umfeld ausgenutzt wurden und sich bis zur Erschöpfung unter größtem Leidensdruck krank gearbeitet haben („Mädchen“ für alles).


Im Jobcoaching wird besonders die Förderung des Selbstwertes und eine gesunde Abgrenzung (gegenüber dem Stress?) trainiert, mit dem Ziel, dass die Betroffenen ihre Stärken erkennen und in sozialen Interaktionen, z. B. selbständig Telefonate im Bewerbungsprozess einsetzen können.


Langsames Kennenlernen – Einlassen auf den dialogischen Prozess

Einige sehr stark belastete Coachees benötigen oft eine längere Kennlernphase, um sich freiwillig sowohl auf das Angebot als auch auf das Vertrauensverhältnis zum Coach einlassen zu können.


Starten mit dem Blick auf die Ressourcen – Was ist schon da?

Im Modul 1 werden (nach einer Kennlernphase im Tempo des Coachees) Chancen und Perspektiven mit dem Blick auf persönliche und fachliche Fähigkeiten bzw. Kenntnisse überprüft. Hilfreich kann eine Visualisierung zur Orientierung für beide Beteiligten sein.


Prioritäten setzen – es gibt so viele Themen und jedes ist wichtig

Besonders Betroffene aus dem ADHS- und Autismusspektrum bringen zum Coaching eine große Themenvielfalt mit. Wichtig ist, dass alles, was thematisch hervorgebracht wird, soweit Raum findet, sofern es nicht die Grenzen zur Therapie überschreitet. Hier darf der Coach, z. B. bei Traumata nicht in die Tiefe gehen, sondern versucht den Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee sanft in das Hier und Jetzt zurückzuholen, z. B. mithilfe einer Pause etc. und verweist auf andere Unterstützer (Therapeuten).


Der reizoffene Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee sollte dennoch das Gefühl bekommen, dass er angenommen wird, trotz starkem Redefluss oder vielfältiger Themen. Gemeinsam können mithilfe des Coaches die Themen nach Relevanz visuell strukturiert werden. Für einige Coachees bietet sich auch nach langer Leidenszeit die Möglichkeit im geschützten Rahmen von beruflichen Misserfolgen oder Schwierigkeiten mit Arbeitsabläufen und Kollegen zu berichten, ohne bewertet zu werden. Dennoch erfolgt das Jobcoaching nach einem vorgegeben Regelwerk. Das Optimieren von Bewerbungsunterlagen ist von der Agentur für Arbeit meist das erste Ziel im Jobcoaching.


Modul 2 – Prozessplanung

Im Modul 2 werden die bereits festgelegten Themen mit dem Fokus auf die individuellen Ressourcen und Wünsche für den beruflichen Veränderungsprozess des Coachees gemeinsam analysiert und ein weiteres Vorgehen für die Umsetzung in die Praxis realistisch – also schrittweise – geplant. Als besonders hilfreich hat sich der mobile Einsatz vom Coach im privaten Umfeld des Coachees erwiesen. Wo sind die Bewerbungsunterlagen? Zeugnisse?


Besuch vom Coach

Vorteilhaft beim Coachingeinsatz im Umfeld des Coachees ist, dass der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee im optimalen Fall sich schon vor dem Besuch des Coaches selber aktiviert, Platz für den gemeinsamen Termin in der Wohnung zu schaffen, erwünschte Unterlagen herauszusuchen, damit fehlende Materialien für den Bewerbungsprozess im Beisein des Coaches noch gesucht werden können. Hinzu kommt die zeitnahe Bearbeitung der ausgearbeiteten Bewerbungsunterlagen am eigenen Computer. In Bezug auf Bewerbungsfotos können z. B. gemeinsam Kleidungsstücke herausgesucht und ausprobiert werden.


Zeitlicher und finanzieller Vorteil – Stressentschleunigung

Der ambulante Einsatz des Jobcoachs im Umfeld des Coachees spart erfahrungsgemäß Zeit. Der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee verspätet sich nicht und muss nicht gestresst in öffenlichen Verkehrsmitteln mit vielen Außenreizen aushalten. Lange Anfahrtswege mit den teils teuren Fahrkarten zu den Räumlichkeiten des Coaches fallen für den finanziell eher schwachen Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee weg. Zusätzlich versetzt der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee den Coach auch nicht, weil er z. B. den Termin vergessen oder anders in Erinnerung hat, sondern ist präsent und kann sich schon emotional für den Termin vorbereiten (sammeln). Für Jobcoaches, die keine eigenen Räume haben, fällt die Kurzzeitmiete von externen Coachingräumen ebenfalls weg.


Bei neu auftretenden Schwierigkeiten von bereits wieder-eingegliederten Beschäftigten im Arbeitsleben steht der Coach diesen auch nach dem abgeschlossenen Coachingprozess für kurze Anliegen oder zur Weitervermittlung an weitere Stellen jederzeit zur Seite (Nachsorge).


Leider ist dieses Thema im Versorgungssystem für Erwachsene aus dem ADHS- und Autismusspektrum noch viel zu unbekannt. Es fehlt oft an Aufklärung bei den Behörden sowie auch den Betroffenen, um ihnen eine adäquate Teilhabe am Arbeitsleben und somit Verbesserung der Lebensqualität trotz der Symptomatik zu ermöglichen


Modul 3 – Vertiefung und Umsetzung

In diesem Modul hat der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee z. B. bereits seine Bewerbungsunterlagen optimiert und eine vereinbarte Anzahl von Anschreiben an verschiedene Firmen gesendet. Das erste Vorstellungsgespräch nach so langer Zeit – Thema Gehaltsverhandlung


Der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee erhält Einladungen zu Bewerbungsgesprächen und wünscht sich, den selbstbewussten Umgang in Vorstellungsgesprächen zu trainieren. Oft stellt sich auch das Thema Gehaltsvorstellungen für den Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee als schwierige Hürde dar. Gemeinsam kann der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee, z. B. mithilfe von Rollenspielen, die konstruktive Gehaltsverhandlung trainieren, um mit einem sicheren Gefühl dieses in die Praxis umzusetzen.


Modul 4 – Auswertung des Coachingprozesses

Im Modul 4 werden die bisherigen Prozessergebnisse vertieft und reflektiert, oft im Beisein der Agentur für Arbeit. Dieses Modul dient der Umsetzung der bisherigen Maßnahmen im Bewerbungsprozess und der Abschätzung eventueller Alternativen. Im optimalen Fall konnte der Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee in das Arbeitsleben eingegliedert werden oder er befindet sich auf einem guten Weg dorthin und ist motiviert, selbständig ohne Coach seinen weiteren Bewerbungsprozess zu gestalten. Es kommt auch häufiger vor, dass, in Absprache mit dem Fallmanager, ein sehr stark belasteter Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee im Rahmen des Jobcoachings sich nach ehrenamtlichen Stellen oder Praktika zur beruflichen Orientierung erkundigen soll, um langsam wieder eine Alltagsstruktur zu erhalten nach langer Arbeitslosigkeit und Frustration. Im Rahmen des Jobcoachings kann nach möglichen Stellen und Veranstaltungen von Anbietern recherchiert und erste Telefonate für Praktikumsanfragen können gemeinsam trainiert werden.


Störungsbildspezifisches Jobcoaching – Verbesserung des Arbeitsmarktes?

Durch die mobile, personenbezogene Zusammenarbeit von Coach und Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee">Coachee mit Hinblick auf die Besonderheiten aus dem ADHS-(Autismus-)Spektrum sowie eine konkrete Prozessplanung (Modul 1-4) mit der Unterstützung der Agentur für Arbeit können sowohl zeitliche, personelle und auch wirtschaftliche Nachteile gemindert werden. Es gäbe keine kostspieligen Überraschungen, da unerwünschte Risiken der Über- und Unterforderung für die berufliche Eingliederung erkannt und rechtzeitig gegengesteuert werden kann


Ich wünsche mir, dass wir alle mit kleinen Schritten gemeinsam die Situation für Betroffene auf dem ersten und auch zweiten Arbeitsmarkt langsam durch Aufklärung und Forschung verändern, bzw. verbessern können.


Der Autor ist ein von ADHS und Autismus betroffener Jobcoach, der bereits auf mehrere Jahre Erfahrung zurückblickt und tollen Persönlichkeiten schon Wege in das Arbeitsleben vermitteln konnte.


Kristina Meyer-Estorf Begründerin des ADHS-Autismus-Jobcoaching Turtlesteps in Hamburg <3


Erfahre mehr über Kristina Meyer-Estorf

Bild von Alexa auf Pixabay

Schon gewusst…?

Du hast keine Macken. Das sind Special Effects!